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Mar 13, 2026

Was ist MFA?

Was ist MFA? Multi-Faktor-Authentifizierung einfach erklärt

Was ist MFA?
Bastian Ike
CTO & Geschäftsführer | Bare.ID GmbH

"Die IT-Landschaften unserer Kunden sind oft so individuell wie ihre Geschäftsmodelle. Unsere Aufgabe ist es, Identitätsmanagement so zu gestalten, dass es sich nahtlos einfügt. Keycloak ist dabei das starke Fundament."

Was ist MFA? – Multi-Faktor-Authentifizierung einfach erklärt

Organisationen stehen heute untermassivem Druck, ihre digitalen Identitäten wirksam zu schützen. Phishing, Social Engineering, Credential Stuffing und Identity Theft gehören zu den häufigsten Angriffsmethoden – und sie funktionieren vor allem dann, wennlediglich ein Passwort den Zugang schützt.

Moderne Sicherheitsstrategiensetzen deshalb auf zusätzliche Schutzmechanismen, die über das reine Passwort hinausgehen.

Multi-Faktor-Authentifizierung(MFA) ist heute ein zentraler Baustein moderner IT-Sicherheit. Sie ist Teil nationaler und europäischer Standards, wird von Sicherheitsbehörden empfohlen und ist in vielen Branchen bereits regulatorischv erpflichtend z.B. über NIS-2. Moderne IAM-Plattformen bieten MFA integriert anund ermöglichen es, unterschiedliche Verfahren flexibel zu kombinieren oder dynamisch abhängig von Risiko, Gerät oder Kontext auszulösen.

 

Was bedeutet MFA? – Die einfache Definition

Multi-Faktor-Authentifizierung(MFA) ist ein Sicherheitsverfahren, bei dem Nutzer mindestens zwei unabhängig voneinander überprüfbare Faktoren verwenden müssen, umsich erfolgreich anzumelden. Ziel ist es, den Zugriff auf digitale Systemebesser zu schützen und Angriffe abzuwehren, selbst wenn ein Faktor –beispielsweise ein Passwort – kompromittiert wurde.

Die Authentifizierung kann sichdabei auf drei bekannte Kategorien stützen:

  • Wissen (etwas, das nur der Nutzer weiß, z. B. Passwort oder PIN)
  • Besitz (etwas, das nur der Nutzer besitzt, z. B. Smartphone, Token, Smartcard)
  • Biometrie (etwas, das die Person ist, z. B. Fingerabdruck oder Gesichtserkennung)

Technische Funktionsweise von MFA

1.Faktorprüfung und Kombination

Bei der Anmeldung prüft das System zunächst den ersten Faktor – typischerweise ein Passwort oder ein passwortloses, kryptografisches Verfahren wie Passkeys. Während Passkeys bereits mehrere Faktoren (Besitz + Biometrie/PIN) kombinieren, erfordern klassische Logins (z. B. Passwort) anschließend einen zusätzlichen zweiten Faktor. Moderne Systeme nutzen hierfür offene Standards wie WebAuthn, FIDO2, TOTP, Push-Verfahren oder Out-of-Band (OOB).

2.Kontextabhängige Risikoanalyse

Aktuelle Lösungen beschränken sichnicht mehr auf statische Verfahren. Viele Plattformen verwenden Risiko- oderKontextsignale:

  • Geolocation und IP-Reputation
  • Device Fingerprinting
  • Login-Gewohnheiten
  • Netzwerk- oder Zeitabhängigkeit

Basierend auf diesen Signalen kann MFA adaptiv ausgelöst werden. Diese kontextsensitive Sicherheit ist heute ein essenzieller Bestandteil von Zero-Trust-Architekturen.

3.Token-Generierung und Validierung

Je nach Verfahren erzeugt dasSystem:

  • zeitbasierte Einmalcodes (TOTP)
  • kryptografische Challenges (z. B. FIDO2)
  • Push-Bestätigungen via App
  • Hardware-Token-Signaturen

Die Validierung erfolgt serverseitig über sichere, standardisierte Protokolle.

4.Übergabe des Authentifizierungsergebnisses

Nach erfolgreicher MFA wirdein Token (z. B. OIDC-/SAML-Token) an die Anwendung übergeben.Dieses Token bestätigt, dass der Login gemäß den Sicherheitsrichtlinienerfolgreich erfolgt ist. So können Anwendungen MFA-Entscheidungen ohne eigenen Implementierungsaufwand nutzen.

Vorteile von MFA

1.Erhöhte Sicherheit

MFA reduziert das Risiko erfolgreicher Angriffe drastisch, weil ein kompromittiertes Passwort allein nicht ausreicht. Selbst fortschrittliche Angriffe wie Phishing oder CredentialStuffing verlieren erheblich an Wirkung. Moderne Lösungen unterstützen zudem Schutzmechanismen wie Passkey-basierte Logins oder die Prüfung gegenkompromittierte Accounts.

2.Entlastung der IT

Weniger Passwortprobleme bedeuten weniger Supporttickets. Wird MFA in eine zentrale IAM-Plattform integriert,entfällt die Pflege verteilter MFA-Verfahren in Einzelanwendungen. Das spart Zeit.

3.Bessere Nutzererfahrung

MFA muss nicht kompliziert sein. Passkeys, Push-Verfahren und adaptive Sicherheit sorgen für komfortable Logins,bei denen zusätzliche Faktoren nur dann abgefragt werden, wenn es wirklich nötig ist. Moderne Systeme unterstützen zudem zentrale Login-Prozesse für Web,Mobile oder sogar Windows-Workstations.

4.Erfüllung regulatorischer Anforderungen

MFA ist in vielen Branchenvorgeschrieben – u. a. durch:

  • DSGVO (Datenschutz  durch Technikgestaltung)
  • NIS-2 (Pflicht zur Mehr-Faktor-Authentifizierung)
  • ISO 27001
  • BSI-Grundschutz
  • Vorgaben öffentlicher Auftraggeber oder KRITIS-Bereich

Was sind passwortlose MFA und sind diese sicher?

Passwortlose MFA setzt auf kryptografischeVerfahren wie Passkeys, bei denen kein Passwort mehr benötigt wird. Passkeys bestehen immer aus zwei Faktoren:
Besitz (das registrierte Gerät) und Biometrie oder PIN zur lokalen Freigabe. Der private Schlüssel bleibt dabeisicher im Gerät gespeichert und kann nicht abgefangen oder gestohlen werden.

Dadurch sind Passkeys phishing-resistent,widerstandsfähig gegen Passwortdiebstahl und deutlich sicherer als klassische MFA-Verfahren. Sie kombinieren starke Sicherheit mit hoher Nutzerfreundlichkeit und gelten zunehmend als neuer Standard – insbesondere in regulierten Bereichen.

 

Anforderungen an moderne MFA-Lösungen

Eine zukunftssichere MFA-Lösungsollte:

  • alle relevanten Verfahren unterstützen (FIDO2, Passkeys, Hardware-Token,     App-Tokens etc.)
  • anwendungsübergreifend zentral administrierbar sein
  • adaptiv und kontextsensitiv MFA-Anforderungen auslösen können
  • offene Standards wie WebAuthn, OAuth2, OIDC und SAML     nutzen
  • prüfbar, transparent und anbieterunabhängig sein     (z. B. Open-Source-Basis)
  • einfache Integration in bestehende Identitätsquellen bieten
  • auditfähig sein (z. B. Logging, Event-Streams, SIEM-Anbindung)
  • DSGVO-konforme Datenverarbeitung in Europa sicherstellen
  • hohe Skalierbarkeit gewährleisten – auch bei Lastspitzen

Fazit

Multi-Faktor-Authentifizierung istheute ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Sicherheitsstrategien. Sieschützt Zugänge zuverlässig vor Identitätsmissbrauch, erfüllt regulatorischeAnforderungen und trägt zu einer besseren Nutzererfahrung bei – vorausgesetzt,sie ist gut integriert, flexibel und kontextsensitiv.

Unternehmen profitieren besonders, wenn MFA nicht als isolierte Einzelfunktion implementiert wird, sondern als Bestandteil einer zentralen Identitäts- und Zugriffsplattform.

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